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10.01.2026
10.01.2026 00:13 Uhr

SGKB sieht Wohnungsknappheit

Christine Eugster von Wüest Partner gewährte einen Einblick in die jüngsten Entwicklungen am Immobilienmarkt.
Christine Eugster von Wüest Partner gewährte einen Einblick in die jüngsten Entwicklungen am Immobilienmarkt. Bild: © Daniel Ammann
Das Immobilienforum der St.Galler Kantonalbank (SGKB) befasste sich mit den Aussichten im Immobilienmarkt 2026 im Linthgebiet. Erwartet wird eine Fortsetzung der Wohnungsknappheit.

Mit dem Immobilienforum der St.Galler Kantonalbank fand am Mittwoch der grösste Ostschweizer Anlass der Immobilienbranche in St.Gallen statt. Rund 1'000 Investorinnen, Bauunternehmer und Exponenten der Immobilienbranche trafen sich in der SGKB-Halle.

Thomas Stucki, Anlagechef der St.Galler Kantonalbank, referierte über die Zins-Aussichten und ging auch auf die Inflation ein. Bild: © Daniel Ammann

Boden bei Zinsen ist erreicht

Thomas Stucki, Anlagechef der St.Galler Kantonalbank, präsentierte die Zinsaussichten für das Jahr 2026: «Die Nationalbank bleibt beim Leitzins von 0.0%.» Laut Stucki hat die SNB trotz der tiefen Inflation keinen Grund, den Schritt zu Negativzinsen zu machen. Der Franken werde zum US-Dollar, welcher von der Unsicherheit bezüglich der Unabhängigkeit der Fed belastet wird, zwar teurer. Aus Sicht der SNB wiege die höhere Inflation im Ausland die Stärke des Frankens aber auf. Für eine Zinserhöhung sei das Wachstum der Schweizer Wirtschaft 2026 aber noch zu schwach, so Stucki. «Die tiefen Zinsen halten die Nachfrage nach Immobilien hoch, vor allem von institutionellen Investoren.»

Marktspannung von Einfamilienhäusern, Eigentumswohnungen und Mietwohnungen im Linthgebiet und der Schweiz im Herbst 2025. Bild: Realmatch360; Wüest Partner

Knappe Immobilien im Linthgebiet

Christine Eugster von Wüest Partner gewährte einen Einblick in die jüngsten Entwicklungen am Ostschweizer Immobilienmarkt: «Das Linthgebiet weist den höchsten Nachfragedruck im Kanton St.Gallen auf. Sowohl im Mietwohnungsmarkt als auch beim Wohneigentum besteht ein ausgeprägtes Angebotsdefizit, was die Preise kontinuierlich nach oben treibt. Da die Neubautätigkeit an Schwung verliert, dürfte sich die Wohnungsknappheit auch im Jahr 2026 fortsetzen.»

Michele Salvi, Vizedirektor von Avenir Suisse, plädierte für eine attraktivere Standortpolitik in der Ostschweiz, die im Freiheitsindex zurückliegt. Bild: © Daniel Ammann

Die 10-Millionen-Schweiz

Michele Salvi, Vizedirektor von Avenir Suisse, zeigte auf, dass die Schweiz auf eine 10-Millionen-Bevölkerung zusteuert – jedes Jahr wächst sie um die Grösse einer Stadt wie Lugano. Anhand aktueller Bevölkerungs-, Bau- und Bewilligungsdaten machte Salvi deutlich, dass der Druck auf Wohnraum und Infrastruktur weniger dem Wachstum selbst geschuldet ist als den politischen Vorgaben: «Knappheit ist kein Marktversagen, sondern ein Regelversagen.»

In drei Thesen plädierte Salvi für mehr marktwirtschaftliche Steuerung statt fixer Pläne, schnellere und verlässlichere Bewilligungsverfahren sowie attraktivere Standortpolitik – insbesondere für die Ostschweiz. Raumpolitik sei immer auch Standortpolitik: «Wer Raumentwicklung erschwert, erschwert Wachstum und Wohlstand.»

St.Galler Kantonalbank AG (SGKB) / Redaktion Linth24
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